Hilfe, Kleinkind-Trotz!

Filmreife Wutausbrüche an der Supermarktkasse oder Tobsuchtsanfälle beim Abendessen? Glückwunsch, euer Kind ist in der Trotzphase angekommen. Wir sagen euch, wie ihr diese Zeit überlebt.

Die Trotzphase beginnt mit etwa 1,5 Jahren. Die Kinder werden zunehmend selbständig, weil sie sich körperlich enorm stark entwickeln. Sie können bereits laufen und sprechen. Darum möchten die Kleinkinder Dinge alleine tun oder nach ihrer eigenen Façon – auch wenn sie dazu noch gar nicht in der Lage sind.


Was ist die Trotzphase?

Selbst Kinder, die sonst immer ein Sonnenschein waren, erkennen die Eltern teilweise nicht mehr wieder. Typisch sind Wutausbrüche, bei denen sich das Kind auf den Boden wirft, schreit und mit den Fäusten trommelt. Auch wenn die Trotzphase etwas ruhiger verläuft, ist sie durch starke Verweigerung geprägt. Die Kinder verneinen Aufgaben oder Tätigkeiten, die ihnen die Eltern auftragen.


Trotzphase: Was kann ich tun?

Kinder können in diesem Alter noch nicht zwischen Kritik an sich selber und Kritik an ihrem Verhalten unterscheiden. Auch wenn es schwer fällt, ist es darum wichtig, dass die Eltern ruhig bleiben. Ansonsten erhöht sich der Druck auf das Kind und die Situation zieht sich nur noch länger hin. Mitgefühl ist auch bei kleinen Kindern wichtig. Eltern sollten den kleinen Trotzköpfen zeigen, dass sie ihre Frustration verstehen.


Verbote überdenken

Ähnlich wie die Pubertät ist auch die Trotzphase eine Zeit des Entdeckens und Auslotens. Die Kinder testen, wo ihre Grenzen sind und wie weit sie gehen können. Damit sie ihren eigenen Willen und – noch wichtiger – ein Selbstwertgefühl entwickeln, brauchen sie aber auch Freiraum. Regeln und Verbote sollten in dieser Zeit überdacht werden. Selbstverständlich können Eltern nun nicht in allen Punkten nachgeben. Es wird jedoch sicherlich auch Abläufe geben, die angepasst werden können, um dem Wunsch des Kindes entgegen zu kommen. Ein Vorteil: Auch wenn der Esstisch nun ein paar Wochen überschwemmt ist, weil das Kind selber das Glas zum Mund führt, auf diese Art wird es selbständig. Das zahlt sich für die Eltern aus.


Konsequent bleiben

Leere Drohungen und falsche Versprechen gießen in der Trotzphase nur Öl ins Feuer. Im Vordergrund steht für jede elterliche Entscheidung das kindliche Wohl. Wenn ein Kleinkind etwas Gefährliches vorhat, müssen die Eltern einschreiten und „Nein“ sagen. Allerdings muss es dabei bleiben. Reagiert das Kind mit einem typischen Tobsuchtsanfall, wartet man am besten ab, bis sich der aufgeregte Spross wieder beruhigt hat. Dann kann man eine Alternative anbieten. 

Tipp: An einem Strang ziehen
Regeln und Verbote sollten möglichst alle Erwachsenen einhalten. Darum sind Absprachen mit den Großeltern, der Tagesbetreuung und Freunden sehr wichtig. Wenn das Kind bei anderen Erwachsenen Dinge darf, die zuhause verboten sind, wird es bei den Eltern wieder versuchen, seinen Willen durchzusetzen.
Bildnachweise: Nadezhda1906/ istockphoto.com, Julijah/ istockphoto.com, kirillica/ istockphoto.com

Facebook Kommentarbox